Aus dem Bezirk Yburg-Windeck kommen besonders viele Absolventen beim Leistungsabzeichen

Andreas Vögele (Mitte) ist seit 30 Jahren im Vorstand des Blasmusikbezirks Yburg-Windeck aktiv. Der Vorsitzende, Sven Wilhelm (links), und der Präsident des Blasmusikverbandes Mittelbaden, Tobias Wald, gratulieren. Foto: Ingbert Ruschmann
Von Ingbert Ruschmann
Rheinmünster.Die Musikvereine des Blasmusikbezirks Yburg-Windeck können auf einen stabilen Personalbestand bauen. Das hat der Vorsitzende, Sven Wilhelm, bei der Jahreshauptversammlung in der Stollhofener Festhalle als Fazit gezogen. In den 18 Mitgliedsvereinen sind aktuell 1.505 Musikerinnen und Musiker aktiv. Das entspricht einer Steigerung um 123 Aktive innerhalb von zwei Jahren. Und noch einen positiven Trend hat Wilhelm verkündet: Zuletzt habe sich die Anzahl von erwachsenen Wiedereinsteigern oder zugezogenen Musikanten spürbar erhöht. „Wir werden älter“, folgerte der selbst beim Musikverein Bühlertal aktive Posaunist mit Blick auf das um 0,8 Jahre gestiegene Durchschnittsalter aller Aktiven auf 29,5 Jahre.
Die leicht rückläufige Tendenz bei den fördernden Mitgliedern konnte die gute Stimmung unter den Delegierten nicht trüben. Auf insgesamt 3.561 bezifferte Wilhelm die aktuelle Anzahl der passiven Vereinsangehörigen, was einem Rückgang um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Er warb dennoch bei den Vereinsvertretern um ihr Engagement bei der Mitgliederwerbung.
Als einer von vier Blasmusikbezirken im Blasmusikverband Mittelbaden ist Yburg-Windeck ein echtes Zugpferd bei den Prüfungen zum Jungmusikerleistungsabzeichen (JMLA). Monika Gutmann rechnete vor, dass inzwischen 45 Prozent aller zu den Prüfungen in den Bereichen Bronze, Silber und Gold zugelassenen Musikanten den Mitgliedsvereinen des Blasmusikbezirks Yburg-Windeck angehören. Als „besonders erfreulich“ wertete die Bezirksdirigentin die breite Akzeptanz des JMLA unter den Mitgliedsvereinen in ihrem Blasmusikbezirk. 17 von 18 Vereinen hätten in mindestens einem Niveaubereich Jungmusiker zur Prüfung entsandt, betonte sie. Der Leistungsnachweis in Bronze gilt als musikalische Basis und als „Eintrittskarte“ für den Bläsernachwuchs in die jeweiligen Stammorchester.
Gutmann resümierte aber auch einen spürbaren Rückgang von Prüflingen aus den anderen drei Blasmusikbezirken Baden-Baden, Hardt und Murgtal. „Hier muss man auf Verbandsebene über Gründe nachdenken und mit den Bezirken ins Gespräch kommen, warum die Prüfungen zum JMLA nicht mehr attraktiv sind“, sagte sie.
Nach ihrer Auffassung ist das Konzept mit den Leistungsabzeichen insbesondere vor dem Hintergrund der Glaubwürdigkeit ein elementarer Bestandteil einer blasmusikalischen Ausbildung junger Menschen. Dirigenten, so führte sie weiter aus, könnten nur mit dem arbeiten, was an Know-how vor ihnen sitze. Durch das JMLA werde seit Jahrzehnten eine hohe Konstanz erreicht, damit ein Verein sein musikalisches Niveau halten oder verbessern könne.
Lobende Worte hatte Melanie Herp für die Jugendabteilungen mitgebracht. Inzwischen seien die Vereine in der Lage, ihre Ausbildungsgänge zum JMLA selbstständig zu organisieren. Sollten dennoch Lücken entstehen, könne die Jugendabteilung des Bezirks vermitteln, sagte sie.
Nach dem Tätigkeitsbericht von Franziska Steuerer stellten Lisa Schulz und Hans-Jörg Meier von der Volksbank Bühl die Crowdfunding-Plattform Ihres Unternehmens für Vereine vor. Das ist ein digitaler Marktplatz, der unter anderem ehrenamtlich tätige Vereine mit einer Vielzahl von privaten Geldgebern zur Finanzierung vereinseigener Projekte zusammenbringt. Beispielsweise habe der Musikverein Bühlertal zuletzt nahezu die Hälfte der Kosten einer Trachtenbeschaffung über die Aktion der Regionalbank finanziert, war zu hören.
Dank und Anerkennung gab es von Sven Wilhelm für den Kassenwart des Blasmusikbezirks, Andreas Vögele. Der vom Musikverein Eisental stammende Funktionär ist seit 30 Jahren im Vorstand in unterschiedlichen Ämtern aktiv. Vor seiner Wahl zum Kassenwart war er als Jugendleiter und Beisitzer in der Bezirksvertretung des Blasmusikverbandes aktiv. Neben seiner eigentlichen Tätigkeit als Verwalter der Finanzen ist Vögele schon seit Jahren für die Organisation der Seniorenfahrten und der Konzertfahrten des Bezirksjugendorchesters verantwortlich. „Du bist ein Stützpfeiler bei der Integration des Nachwuchses in diesem Orchester“, lobte Wilhelm. Tobias Wald, der Präsident des Blasmusikverbandes Mittelbaden, dankte Vögele für sein Engagement. Der gastgebende Musikverein Stollhofen unter der Leitung von Jonas Reinfried umrahmte die Jahreshauptversammlung musikalisch.
